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Saturn

 

 

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Wenn wir nun die Evolution irgendeiner Wesenheit betrachten wollen, müssen wir uns klar sein, daß sie durch alle diese Stadien des Bewußtseins, des Lebens und der Form gehen muß, und zwar in folgender Weise: Jedes Wesen muß die sieben Stadien des Bewußtseins durchmachen, und eine jede Etappe dieses Bewußtseinszustandes in ihren verschiedenen Ausgestaltungen wird in den theosophischen Lehrbüchern ein planetarisches System genannt. Ein Wesen macht ein planetarisches System durch, heißt: Es metamorphosiert sich in diesen sieben Bewußtseinszuständen. Jetzt macht der Mensch den Zustand des wachen Bewußtseins durch; dieses nennen wir Erdenzustand. Vorher hat der Mensch den Zustand des Traumbewußtseins durchgemaht. Damals lebte er in der Etappe der lunarischen Entwicklung. Man sagt: Der Mensch hat in seiner Entwicklung den Mond absolviert. In jedem Bewußtseinszustand muß der Mensch durch  alle Reiche,das heißt durch alle Zustände des Lebens hindurchgehen. So ging er auf dem Monde durch das erste, zweite, dritte Elementarreich sowie durch die anderen vier Reiche traumbewußt. Dann mußte er auf der Erde die sieben Lebensstadien durchmachen. Gegenwärtig ist der Mensch auf dem planetarischen System der Erde, also im Wachzustand, im mittleren Lebensstadium, dem Mineralreich. Der Form nach ist der Mensch jetzt physisch (vierter Globus oder vierter Formzustand); dem Leben nach mineralisch (vierte Runde); dem Bewußtsein nach wach (viertes planetarisches System). Der Durchgang eines Wesens durch eines der Lebensreiche wird eine Runde genannt. Zu jedem planetarischen System gehören sieben Runden. Der Mensch ist auf der Erde in der vierten Runde. In dieser wird die mineralische Entwicklung zur Vollendung geführt, in der fünften Runde die pflanzliche, in der sechsten Runde die tierische, das Tierbewußtsein, in der siebenten Rundedie menschliche, das Menschenbewußtsein. Jedes Wesen muß in  jedem dieser sieben Reiche alle sieben Formen durchmachen, er nimmt jede Form an. Es wird erst arupisch, dann rupisch, dann astral, dann physisch, dann plastisch, dann 

intellektuell und schließlich urbildlich.
 

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Wenn nunmehr die Verhältnisse der vier genannten planetarischen Verkörperungen geschildert werden, so kann das nur ganz skizzenhaft geschehen. Denn die Vorgänge, Wesenheiten und deren Schicksale sind auf Saturn, Sonne und Mond wahrlich eben so mannigfaltig wie auf der Erde selbst. Daher kann nur einzelnes Charakteristische über diese Verhältnisse in der Schilderung hervorgehoben werden, was geeignet ist, zu veranschaulichen, wie sich die Zustände der Erde aus den früheren herausgebildet haben. Man muß dabei auch bedenken, daß diese Zustände den gegenwärtigen immer unähnlicher werden, je weiter man zurückgeht Und doch kann man sie ja nur dadurch schildern, daß man zur Charakteristik die Vorstellungen benützt, welche den gegenwärtigen Erdenverhältnissen entnommen sind.

 

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Wenn gesagt wird: Der alte Saturn besteht in Wärme, so müssen wir uns, um ein eigentliches Verständnis dafür zu gewinnen, was dahinter liegt, nicht bloß äußere physische Begriffe aneignen – denn «Wärme» ist ein physischer Begriff, sondern Begriffe, die wir nur aus dem Seelenleben selber gewinnen können, aus dem moralischen, weisheitsvollen Seelenleben. Niemand kann wissen, was Wärme ist, der nicht in der Lage ist, sich eine Vorstellung zu machen von dem, was heißt opferfähige Hingabe dessen, was man besitzt, was man hat, ja nicht nur opferfähige Hingabe dessen, was man hat, sondern dessen, was man selber ist. Die Hinopferung des eigenen Wesens, das Sich- Entäußern des eigenen Wesens seelisch gefaßt, so daß man es sich zugleich so denkt, daß man bereit ist, sein Bestes hinzugeben zum Heile der Welt; nicht für sich sein Bestes behalten, sondern es gern hinopfern zu wollen auf dem Altar des Weltalls: das als einen lebendigen Begriff gefaßt und mit einem Gefühl unsere Seele durchdringend, führt allmählich zum Verständnisse dessen, was hinter der Erscheinung der Wärme ist. Man vergegenwärtige sich einmal, was im modernen Leben auch heute mit dem Begriff des Opfers verknüpft ist: man kann sich nicht recht denken, daß der, welcher mit Verständnis opfert, dies jemals tut gegen seinen Willen. Wenn jemand opfert gegen seinen Willen, so müsste er dazu aus irgendeinem Grunde gezwungen sein; es müsste ein Zwang walten. Dann aber würden wir es beileibe nicht mit dem zu tun haben, was hier gemeint ist. Hier ist aber gemeint, was als Opfer selbstverständlich fließt aus dem Wesen, das opfert. Und wenn jemand etwas opfert, nicht weil er aus irgendeinem äußeren Grunde dazu gedrängt wird, auch nicht, weil er hofft, etwas zu erringen, sondern weil er sich aus seinem Inneren heraus gedrängt fühlt zu opfern, dann ist es undenkbar, daß er etwas anderes empfindet als innere Wärmeseligkeit. Fühlen wir uns durchglutet mit innerer Wärmeseligkeit, dann haben wir schon das ausgesprochen, was wir nicht anders bezeichnen können als: der Opfernde fühlt sich durchwärmt, durchglutet mit der Seligkeit. Da haben wir die Möglichkeit, selbst zu empfinden, wie die Opferglut uns in der Maja der äußeren Weltenwärme entgegentreten kann.

Das ist etwas außerordentlich Wichtiges: teilzunehmen an diesem Opfer der Geister des Willens gegenüber den Cherubim und an der Geburt der Geister der Zeit. Denn erst jetzt, indem die Zeit geboren wird, tritt etwas anderes auf, was uns jetzt überhaupt erst möglich macht, von dem Saturnzustande als von etwas zu sprechen, was sozusagen einige Ähnlichkeit hat mit dem, was uns jetzt umgibt. Gleichsam der Opferrauch der Throne, der die Zeit gebiert, ist das, was wir die Wärme des Saturn nennen. Daher sagte ich früher immer, der Saturn ist im Wärmezustand, indem ich beschrieb, was da ist. Gegenüber all den Elementen, die wir gegenwärtig um uns haben, können wir bei dem alten Saturnzustand nur sprechen als von einem Wärmezustand. Aberdiese Wärme entsteht als Opferwärme, welche die Geister des Willens darbringen den Cherubim. Nun gibt uns das zugleich eine Anleitung, wie wir in Wahrheit über das Feuer denken sollen. Wo wir Feuer sehen, wo wir Wärme empfinden, sollten wir nicht so materialistisch denken, wie es dem heutigen Menschen natürlich und gewöhnlich ist, sondern wo wir Wärme auftreten sehen und fühlen, da ist auch heute noch in unserer Umgebung unsichtbar vorhanden, geistig zugrunde liegend, das Opfer von den Geistern des Willens gegenüber den Cherubim. Dadurch gewinnt die Welt erst ihre Wahrheit, daß wir wissen, daß hinter jeder Wärmeentwickelung ein Opfer ist. Wenn wir daher die Wärme in Wahrheit charakterisieren wollen, werden wir sagen müssen: Die Weltenwärme ist die Offenbarung des Weltenopfers oder der Weltenopfertaten.

 

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Nun könnte man fragen: Hat denn mit dem Saturn das Weltwerden begonnen? Haben nicht andere Zustände vielleicht erst das herbeigeführt, was Saturn geworden ist? Gingen dem Saturn nicht noch andere Verkörperungen voran? — Es würde schwer sein, vor den Saturn zurückzugehen, weil nämlich erst beim Saturn etwas beginnt, ohne das wir gar nicht hinter den Saturn zurückgehen können. Mit dem Saturn beginnt nämlich erst das, was wir Zeit nennen. Vorher gab es andere Formen des Seins, das heißt, eigentlich können wir gar nicht von vorher sprechen, weil noch keine Zeit da war. Die Zeit hat auch einmal angefangen. Vor demSaturn gab es keine Zeit, da gab es nur Ewigkeit, Dauer. Da war alles gleichzeitig. Daß die Vorgänge einander folgen, das trat erst mit dem Saturn ein. In derjenigen Weltenlage, wo nur Ewigkeit, Dauer ist, da gibt es auch keine Bewegung. Denn zur Bewegung gehört Zeit. Da gibt es keinen Umlauf, da ist Dauer und Ruhe, wie man auch sagt im Okkultismus: Da ist selige Ruhe in der Dauer. Das ist der Ausdruck dafür. Selige Ruhe in der Dauer ging dem Saturnzustand voran.

Dem Wärmezustand geht ein solcher voran, welchen der Mensch gegenwärtig nur in seinem Innenwesen erlebt. Wenn er sich Vorstellungen hingibt, die er sich in der Seele selbst bildet, ohne daß ihm die Veranlassung von einem äußeren Eindrucke aufgedrängt wird, dann hat er etwas in sich, was keine physischen Sinne wahrnehmen können, was vielmehr nur als Wahrnehmung dem höheren Schauen zugänglich ist. Dem Wärmezustand des Saturn gehen eben Offenbarungen voran, die nur für den übersinnlich Wahrnehmenden vorhanden sein können. Drei solcher Zustände können genannt werden: rein seelische Wärme, die nicht äußerlich wahrnehmbar ist; rein geistiges Licht, das äußerlich Finsternis ist; und endlich geistig Wesenhaftes, das in sich selbst vollendet ist und keines äußeren Wesens bedarf, um seiner bewußt zu werden.

 

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Das, was da zu beobachten ist, das trägt nun noch gar nicht den späteren Wärmecharakter. Man kann, wenn man es charakterisieren will, nur von einer Eigenschaft sprechen, welche sich vergleichen läßt mit dem menschlichen Willen. Es ist durch und durch nichts als Wille. Man hat es also da mit einem ganz seelischen Zustande zu tun.

 

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Nachdem diese Ausströmung eine Zeitlang gedauerthatte, verbindet sich mit dem Willen die Tätigkeit der oben charakterisierten «Geister der Weisheit». Dadurch erhält allmählich der vorher ganz eigenschaftslose Wille die Eigenschaft, Leben in den Himmelsraum zurückzustrahlen.

 

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Man stelle sich, um ein Bild zu haben, eine Maulbeere oder eine Brombeere vor, wie diese aus einzelnen Beerchen zusammengefugt ist. So ist der Saturn für den übersinnlich Erkennenden in der geschilderten Entwickelungsepoche zusammengefügt aus einzelnen Saturnwesen, die allerdings nicht Eigenleben und nicht Eigenseele haben, sondern Leben und Seele ihrer Bewohner zurückstrahlen. Es ist im ganzen Saturn keine Innerlichkeit; aber die «Geister der Persönlichkeit» erkennen das Bild ihrer eigenen Innerlichkeit, indem es ihnen als Wärme vom Saturn aus zuströmt.

 

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Im weiteren Verlauf folgen in der Saturnentwickelung Tatsachen von anderer Art, als die bisherigen waren. Während bisher alles Spiegelung äußeren Lebens und Empfindens war, beginnt nunmehr eine Art Innenleben. In der Saturnwelt beginnt ein da und dort aufflackerndes und sich wieder abdunkelndes Lichtleben. Zitterndes Flimmern an diesen oder jenen Stellen, etwas wie zuckende Blitze an anderen, tritt auf. Die Saturnwärmekörper beginnen zu flimmern, zu glänzen, ja zu strahlen.

 

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Diesen Geschehnissen folgt eine neue Periode des Saturndaseins. Zu dem Lichtspiel kommt ein anderes. Es kann für viele wie Wahnwitz erscheinen, wenn ausgesprochen wird, was sich da dem übersinnlichen Erkennen darbietet. Innerlich im Saturn ist es wie durcheinanderwogende Geschmacksempfindungen. Süß, bitter, sauer usw. wird an den verschiedensten Stellen im Innern des Saturn beobachtet; und nach außen, in den Himmelsraum hinein, wird das alles als Ton, als eine Art Musik wahrgenommen.

 

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Der Ursprung der Planetensiegel geht auf den Münchner Kongress der Theosophischen Gesellschaft im Mai 1907 zurück. Für das Programmheft dieses Kongresses zeichnete Rudolf Steiner fünf verschiedene von ihm auch als »Vignetten« bezeichnete Planetensiegel, eines für jeden Kongresstag, beginnend mit Samstag – Saturn, dann Sonntag – Sonne, Montag – Mond, Dienstag – Mars, und als letztes Mittwoch - Merkur. Zwei weitere Siegel, Jupiter und Venus, kamen vier Jahre später, bei der Gestaltung des Stuttgarter Zweighauses 1911 dazu, in dem alle Siegel im Versammlungsraum in Gold auf dunkelblauem Grund gemalt waren. Rudolf Steiner hat, wie bei all seinen künstlerischen Werken, auf eine nähere Erklärung dieser Planetensiegel weitgehend verzichtet. Sie sind als bildhaft-imaginative Darstellung der aufeinanderfolgenden Stufen der planetarischen Entwicklung  aufzufassen, die ihren Sinn selbst durch meditative Betrachtung enthüllen.

 

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Die Saturnentwickelung offenbart sich als Warme, dann tritt ein Lichtspiel hinzu, dann ein Geschmack und Tonspiel; endlich tritt etwas auf, was sich nach dem Innern des Saturn mit Geruchsempfindungen, nach außen wie maschinenartig wirkendes Menschen-Ich kundgibt. Als Ergebnis der Saturnentwickelung erscheint, daß sich der Menschenkeim bis zu einer gewissen Stufe herangebildet hat Er hat das niedere, dumpfe Bewußtsein erlangt, von dem oben die Rede war. Man soll sich nicht vorstellen, daß dessen Entwickelung erst im letzten Saturnstadium einsetzt. Die «Geister des Willens» wirken durch alle Zustände hindurch. In der letzten Periode ist aber für das übersinnliche Wahrnehmen der Erfolg am hervorstechendsten. Überhaupt ist eine feste Grenze zwischen den Wirksamkeiten der einzelnen Wesensgruppen nicht Wenn gesagt wird: Erst wirken die «Geister des Willens», dann die «Geister der Weisheit» usw., so ist nicht gemeint, daß sie nur da wirken. Sie wirken die ganze Saturnentwickelung hindurch; in den angegebenen Perioden ist ihr Wirken nur am besten zu beobachten. Die einzelnen Wesen haben da gleichsam die Führerschaft.

 

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Was das Saturnleben im großen ist, das ist auf dieser Stufe der Mensch im kleinen. Und damit ist der erste Keim zu dem gegeben, was auch im heutigen Menschen noch erst keimhaft ist: zum «Geistesmenschen» (Atma).

 

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Lebensstufen - Runden: siehe Details weiter unten 

 

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Wesen, welche in ihrer Entwickelung so weit sind, daß sie sich jener Sinneskeime bedienen können zum Anschauen der Weltvorgänge im Saturnleben. Es sind Wesen, die als «Geister der Liebe» (christlich: «Seraphime») gelten können. Wären sie nicht da, so könnten die Feuergeister nicht das Bewußtsein haben. Sie schauen die Saturnvorgänge mit einem Bewußtsein an, das es ihnen ermöglicht, diese als Bilder auf die Feuergeister zu bertragen. Sie selbst verzichten auf alle Vorteile, welche sie durch das Anschauen der Saturnvorgänge haben könnten, auf jeden Genuß, jede Freude; sie geben das alles hin, damit die Feuergeister es haben können.

 

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Sie vermitteln den «Söhnen des Lebens» eine dumpfe Art des Bewußtseins. Es ist noch dumpfer und dämmerhafter als das Traumbewußtsein des gegenwärtigen Menschen. Es ist ein solches, wie es dem Menschen im traumlosen Schlafe zukommt. Dieses ist ja von so niedrigem Grade, daß es dem Menschen gewissermaßen «gar nicht zum Bewußtsein kommt». Doch ist es vorhanden. Es unterscheidet sich vom Tagesbewußtsein dem Grade und auch der Art nach. Dieses «traumlose Schlafbewußtsein» haben gegenwärtig auch die Pflanzen. Wenn es auch keine Wahrnehmungen einer Außenwelt im menschlichen Sinne vermittelt, so regelt es doch die Lebensvorgänge und bringt diese in Harmonie mit den äußeren Weltvorgängen. Auf der in Rede stehenden Saturnstufe können diese Regelung die «Söhne des Lebens» nicht wahrnehmen; aber die «Geister der Harmonien» nehmen sie wahr, und sie sind daher die eigentlichen Regeler.

 

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Man kann die Wesen, welche ihre Seligkeit darin empfinden, im Beginne der Saturnentwickelung Willen auszuströmen, die «Geister des Willens» nennen. (In der christlichen esoterischen Wissenschaft werden sie «Throne» genannt.)

 

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Sehr hohe Wesenheiten, deren Leben der Saturn zurückstrahlt, mögen «Geister der Weisheit» genannt werden. (In der christlichen Geisteswissenschaft fuhren sie den Namen «Kyriotetes», das ist «Herrschaften».) Ihre Tätigkeit auf dem Saturn beginnt nicht erst mit der geschilderten mittleren Epoche von dessen Entwikkelung. Sie ist in einer gewissen Weise sogar da schon abgeschlossen. Bevor sie dazu kommen konnten, aus den Wärmekörpern des Saturn sich der Spiegelung ihres eigenen Lebens bewußt zu werden, mußten sie diese Wärmekörper erst dazu bringen, diese Spiegelung bewirken zu können. Deshalb setzte ihre Tätigkeit bald nach dem Beginn der Saturnentwickelung ein. Als dies geschah, war die Saturnkörperlichkeit noch ungeordnete Stofflichkeit, die nichts hätte spiegeln können.

 

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Wenn die Saturnkörper die Fähigkeit erlangt haben, das Leben zu spiegeln, so vermag sich dieses zurückgestrahlte Leben zu durchdringen mit den Eigenschaften, welche in den Astralleibern der «Geister der Bewegung» ihren Sitz haben. Die Folge davon ist, daß es so erscheint, als ob Empfindungsäußerungen, Gefühle und ähnliche seelische Kräfte von dem Saturn in den Himmelsraum hinausgeschleudert würden. Der ganze Saturn erscheint wie ein beseeltes Wesen, das Sympathien und Antipathien kundgibt. Es sind aber diese seelischen Äußerungen keineswegs seine eigenen, sondern nur die zurückgeschleuderten seelischen Wirkungen der «Geister der Bewegung».

 

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Während diese (Dynamis) dem zurückgestrahlten Leben nur allgemeine Empfindungsäußerungen mitteilen, wirkt der Astralleib der «Geister der Form» (christlich: «Exusiai», «Gewalten») so, daß die Empfindungsäußerungen wie von einzelnen Wesen in den Weltenraum hinausgeschleudert werden. Man könnte sagen, die «Geister der Bewegung» lassen den Saturn im ganzen wie ein beseeltes Wesen erscheinen. Die «Geister der Form» teilen dieses Leben in einzelne Lebewesen ab, so daß er jetzt wie eine Zusammenfügung solcher Seelenwesen erscheint.

 

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Durch diese Wesen blickt das «Ich» aus der Umgebung des Saturn auf diesen nieder. Und es teilt seine Natur den Einzel-Lebewesen des Saturn mit. So wird etwas vom Saturn in den Weltenraum hinausgeschickt, das so erscheint wie die Wirkung der menschlichen Persönlichkeit in dem gegenwärtigen Lebenskreise. Die Wesen, welche solches bewirken, seien «Geister der Persönlichkeit» genannt. (christlich: «Archai», «Urbeginne»). Sie erteilen den Saturnkörperteilchen das Ansehen des Persönlichkeitscharakters. dadurch, daß diese «Geister der Persönlichkeit» in der geschilderten Art ihr Wesen zurückstrahlen lassen von den Saturnkörpern, wird diesen jene feine Stofflichkeit erteilt, welche vorhin als die «Wärme» geschildert worden ist.  Wenn alles das eintritt, stehen die «Geister der Persönlichkeit» auf der Stufe, aufwelcher der Mensch gegenwärtig steht. Sie machen da ihre Menschheitsepoche durch. Will man auf diese Tatsache mit unbefangenem Auge blicken, so muß man sich vorstellen, daß ein Wesen «Mensch» sein kann nicht bloß in der Gestalt, welche der Mensch gegenwärtig hat. Die «Geister der Persönlichkeit» sind «Menschen» auf dem Saturn. Sie haben als unterstes Glied nicht den physischen Leib, sondern den Astralleib mit dem Ich. Daher können sie die Erlebnisse dieses Astralleibes nicht in einem solchen physischen Leibe und Ätherleibe ausdrücken wie der gegenwärtige Mensch; aber sie haben nicht nur ein «Ich», sondern wissen auch davon, weil ihnen die Wärme des Saturn dieses «Ich» rückstrahlend zum Bewußtsein bringt. Sie sind eben «Menschen» unter anderen als den Erdenverhältnissen.

 

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Diese Wesenheiten haben zwar einen Astralleib, aber sie können auf der gekennzeichneten Stufe ihres Daseins dem eigenen Astralleibe keine Anregungen geben; sie würden kein Gefühl, keine Empfindung erregen können, wenn sie nicht auf die zur geschilderten Saturnstufe gelangten Wärmekörper wirken könnten. Diese Wirkung gibt ihnen die Möglichkeit, ihr eigenes Dasein an der Wirkung zu erkennen, die sie ausüben. Sie können nicht zu sich sagen: «Ich bin da», sondern etwa: «Meine Umgebung läßt mich da sein.»

 

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Sie seien die «Söhne des Zwielichtes oder des Lebens» (christlich: «Angeloi», «Engel») genannt Sie treten in Wechselwirkung mit den im Innern des Saturn vorhandenen, auf und abwogenden Geschmackskräften. Dadurch kommt ihr Äther- oder Lebensleib in eine solche Tätigkeit, daß man diese als eine Art Stoffwechsel bezeichnen kann. Sie bringen Leben in das Innere des Saturn. Es geschehen dadurch Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse im Saturn. Nicht sie bewirken unmittelbar diese Prozesse, sondern durch das, was sie bewirken, entstehen mittelbar solche Prozesse.

 

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Die «Söhne des Lebens» erlangen dadurch jenes dumpfe Bilderbewußtsein, das die «Feuergeiste» auf dem Saturn erreicht hatten. Es sind dabei die «Geister der Harmonie» (die Cherubime) ihre

Helfer.

 

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Während der geschilderten Saturnperiode sind sie von ganz wechselnder Form. Bald sehen sie dieser Gestalt, bald jener ähnlich. Im weiteren Verlauf der Entwickelung werden die Gestalten bestimmter; zeitweilig bleibend. Das rührt davon her, daß sie jetzt durchdrungen werden von den Wirkungen der Geister, die schon im Beginne der Saturnentwickelung in Betracht kommen, nämlich von den «Geistern des Willens» (den Thronen). Die Folge davon ist, daß das Menschenphantom selbst mit der einfachsten dumpfesten Bewußtseinsform erscheint. Man hat sich diese Bewußtseinsform noch dumpfer vorzustellen als diejenige des traumlosen Schlafes. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen haben die Mineralien dieses Bewußtsein. Es bringt das Innenwesen in Einklang mit der physischen Außenwelt. Auf dem Saturn sind die «Geister des Willens» die Regeler dieses Einklanges. Und der Mensch erscheint dadurch wie ein Abdruck des Saturnlebens selbst.

 

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Der Menschenkeim war am Ende der Saturnentwickelung aufgelöst. Damit die weiter entwickelten Geistwesen da fortsetzen können, wo sie früher aufgehört haben, muß dieser Menschenkeim die Stufen noch einmal kurz wiederholen, die er auf dem Saturn durchlaufen hat. Das zeigt sich nämlich dem übersinnlichen Wahrnehmungsvermögen. Der Menschenkeim tritt aus seiner Verborgenheit hervor und beginnt aus eigenem Vermögen heraus durch die Kräfte, die ihm auf dem Saturn eingeimpft worden sind, sich zu entwickeln. Er geht als ein Willenswesen aus der Finsternis hervor, bringt sich zum Scheine des Lebens, der Seelenhaftigkeit usw. bis zu jener maschinenmäßigen Persönlichkeitsoffenbarung, die er am Ende der Saturnentwickelung hatte.

 

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Durch das Opfer, das die Geister des Willens den Cherubim bringen, wird die Zeit geboren. - Aber die Zeit ist jetzt nicht jene abstrakte Zeit, von der wir gewöhnlich sprechen, sondern sie ist selbständige Wesenheit. Jetzt kann man anfangen zu reden von etwas, was beginnt. Die Zeit beginnt mit dem, was da zunächst als Zeitwesenheiten geboren wird, die nichts sind als lauter Zeit. Es werden Wesenheiten geboren, die nur aus Zeit bestehen; das sind die Geister der Persönlichkeit, die wir dann als Archai in der Hierarchie der geistigen Wesenheiten kennenlernen. Im Saturndasein sind sie nur Zeit. Bei uns haben wir sie auch beschrieben als Zeitgeister, als Geister, welche die Zeit regeln. Aber die da geboren werden als Geister, sind wirklich Wesenheiten, die überhaupt nur aus Zeit bestehen.

 

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wenn man in die ersten Zeiten des Saturndaseins kommt, so hört auch die Zeit auf. Es gibt kein Früher oder Später mehr. Das ist natürlich für den Menschen heute sehr schwer vorzustellen, weil sein Vorstellen selbst in der Zeit verfließt: ein Gedanke ist vor oder nach dem anderen. Daß die Zeit aufhört, das ist nun wieder nur durch ein Gefühl zu charakterisieren. Dieses Gefühl ist wahrhaftig nicht angenehm. - Denken Sie sich einmal Ihre Vorstellungen erstarrt, so daß alles, woran Sie sich erinnern können und was Sie sich vornehmen, wie zu einem starren Stabe erstarrt, so daß Sie sich festgehalten fühlen in Ihrem Vorstellen und sich nicht mehr rühren können. Dann werden Sie nicht mehr sagen können, Sie haben etwas, was Sie früher erlebt haben, «früher» erlebt. Sie sind angebunden daran, es ist da, aber es ist erstarrt. Die Zeit hört auf, eine Bedeutung zu haben. Sie ist überhaupt nicht mehr da. Deshalb ist es auch ziemlich unsinnig, wenn man fragt: Du schilderst da das Saturndasein, das Sonnendasein und so weiter, sage doch, was vor dem Saturndasein war! «Vorher» hat da keinen Sinn mehr, weil die Zeit aufhört, so daß man auch aufhören muß mit allen Zeitbestimmungen. Es erscheint natürlich ganz sonderbar, wenn man sagt, man treffe Wesenheiten, die ebenso real sind wie der Mensch aus Fleisch, und die nicht aus Fleisch, sondern aus Mut bestehen. Aber es ist so. Als solche Wesenheiten treffen wir die Geister des Willens, und zunächst bezeichnen wir nur das als Saturndasein, was die Geister des Willens, die aus Mut bestehen, darstellen; nichts sonst. Das ist zunächst Saturn. Das ist eine Welt, von der wir nicht sagen könnten, sie sei eine Welt, die kugelförmig, sechseckig oder viereckig ist. Alle diese Bestimmungen des Raumes passen nicht darauf, denn es gibt dort nicht die Möglichkeit, ein Ende zu finden. Wenn wir noch einmal das Bild vom Schwimmen gebrauchen wollen, so können wir sagen: es ist nicht ein Meer, wo man an eine Oberfläche kommen würde, sondern nach allenSeiten findet man immer Geister des Mutes oder des Willens.

 

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Es zeigt sich jetzt, daß aus der Starrheit, der Zeitlosigkeit, durch welche dieses unendliche Meer des Mutes mit seinen Wesenheiten, die wir die Geister des Willens nennen, charakterisiert ist, Wesen anderer Hierarchien wie durchschlagen, wie hineinspielen. Erst in dem Moment, wo man dieses Nicht- mehrvorhandensein der Zeit spürt, merkt man es, daß da andere Wesen hineinspielen. Man merkt nämlich ein unbestimmtes Erleben, von dem man nicht sagen kann, daß man es selbst erlebt, sondern daß es da ist, kann man nur sagen, daß es in dem ganzen unendlichen Meere des Mutes drinnen ist. Man merkt etwas wie ein durch dieses Feld gehendes Aufblitzen, wie ein Hellerwerden, aber nicht eigentlich ein Blitzen, sondern mehr ein Aufglimmen. Es ist eine erste Differenzierung. Ein Aufglimmen - aber ein Aufglimmen, das nicht den Eindruck macht des aufglimmenden Lichtes, sondern - man muß ja bei diesen Dingen zu mancherlei greifen - wenn Sie es sich begreiflich machen wollen, so denken Sie sich folgendes. Sie treten einem Menschen gegenüber, der Ihnen etwas sagt, und Sie bekommen das Gefühl: Wie ist doch der klug! und indem er weiterredet, steigert sich dieses Gefühl, und Sie empfinden: Der ist weise, hat Unendliches erlebt, daß er so weise Dinge sagen kann! und diese Persönlichkeit wirkt außerdem so, daß Sie förmlich etwas wie einen Zauberhauch von ihr ausgehen fühlen. Denken Sie sich diesen Zauberhauch unendlich gesteigert - und denken Sie sich das in dem Meer des Mutes auftauchen wie Wolken, die darinnen nicht aufblitzen, sondern aufglimmen. Wenn Sie das alles zusammennehmen, haben Sie eine Vorstellung davon, daß hineinspielen in die Hierarchie der Geister des Willens Wesenheiten, welche ganz Weisheit sind, aber eine solche Weisheit, die da hineinspielt strahlend, die nicht bloß Weisheit ist, sondern hinstrahlende Weisheit ist. Kurz, Sie bekommen eine Vorstellung zunächst dessen, was hellseherisch Wahrnehmung ist von dem, was die Cherubim sind. Die Cherubim spielen da hinein.

 

Es ist eben nicht etwa so, daß eines entsteht und vergeht, sondern alles ist gleichzeitig. Aber man bekommt jetzt ein Gefühl von einer Beziehung dieser Geister des Willens und der Cherubim. Man bekommt das Gefühl, daß die ein Verhältnis zueinander gewinnen. Dieses Bewußtsein erlangt man. Und zwar erlangt man das Bewußtsein, daß die Geister des Willens oder die Throne ihre eigene Wesenheit den Cherubim opfern.

 

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Zunächst bezeichnen wir nur das als Saturndasein, was die Geister des Willens, die aus Mut bestehen, darstellen; nichts sonst. Das ist zunächst Saturn. Das ist eine Welt, von der wir nicht sagen könnten, sie sei eineWelt, die kugelförmig, sechseckig oder viereckig ist. Alle diese Bestimmungen des Raumes passen nicht darauf, denn es gibt dort nicht die Möglichkeit, ein Ende zu finden. Wenn wir noch einmal das Bild vom Schwimmen gebrauchen wollen, so können wir sagen: es ist nicht ein Meer, wo man an eine Oberfläche kommen würde, sondern nach allen Seiten findet ma  immer Geister des Mutes oder des Willens.

 

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Wenn Sie das alles zusammennehmen, haben Sie eine Vorstellung davon, daß hineinspielen in die Hierarchieder Geister des Willens Wesenheiten, welche ganz Weisheit sind, abereine solche Weisheit, die da hineinspielt strahlend, die nicht bloß Weisheitist, sondern hinstrahlende Weisheit ist. Kurz, Sie bekommen eine Vorstellung zunächst dessen, was hellseherisch Wahrnehmung ist von dem, was die Cherubim sind. Die Cherubim spielen da hinein. Jetzt denken Sie sich gar nichts um sich als das, was ich eben beschrieben habe. Ich sagte vorhin, indem ich darauf einen gewissen Wert legte: Man kann nicht sagen, man habe es um sich, sondern man kann nur sagen, es ist eben da, wie ich es jetzt beschrieben habe. Man muß sich da hineindenken. Nun aber die Vorstellung, daß etwa da ein Aufblitzen sei, ist nicht ganz richtig; deshalb sagte ich, es ist nicht ein Blitzen, sondern ein Glimmen, weil alles gleichzeitig ist. Es ist eben nicht etwa so, daß eines entsteht und vergeht, sondern alles ist gleichzeitig. Aber man bekommt jetzt ein Gefühl von einer Beziehung dieser Geister des Willens und der Cherubim. Man bekommt das Gefühl, daß die ein Verhältnis zueinander gewinnen. Dieses Bewußtsein erlangt man. Und zwar erlangt man das Bewußtsein, daß die Geister des Willens oder die Throne ihre eigene Wesenheit den Cherubim opfern. Das ist die letzte Vorstellung, zu der man überhaupt kommt, wenn man sich, rückwärtsgehend, dem Saturn nähert die sich opfernden Geister des Willens, die ihre Opfer hinauflenken zu den Cherubim, weiter geht es nicht, da ist die Welt wie mit Brettern verschlagen.

 

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Throne - Opfertat: (siehe auch Nr. 2)

 

Religionen sind immer dazu da, um sozusagen in Bildern, in Imagi- nationen auf die großen Weltengeheimnisse hinzuweisen. Wir haben heute auf uralte Entwickelungsphasen hingewiesen, und indem wir dem Begriff des Opfers und der schenkenden Tugend hinzufügten den Begriff der Resignation, haben wir dadurch wieder einen Schritt in das Wahrhaftige gegenüber der Maja und Illusion hinein gemacht. Solche Bilder und Begriffe wurden den Menschen auch in den Religionen gegeben. Und es gibt etwas innerhalb der biblischen Religion, wodurch sich der Mensch aneignen kann den Begriff des Opfers und der Resignation, des Zurückweisens des Opfers. Das ist die Erzählung von dem opfernden Abraham, der seinen eigenen Sohn dem Gotte darbringen soll, und von dem Verzicht dieses Gottes auf das Opfer des Patriarchen. Wenn wir diesen Begriff des Verzichtes in unsere Seele aufnehmen, dann können solche Anschauungen in uns hineinkommen, wie wir sie schon geäußert haben. Einmal habe ich gesagt: Nehmen wir an, das Opfer des Abraham wäre angenommen und Isaak geopfert worden. Da von ihm das ganze althebräische Volk abstammt, so hätte der Gott durch die Annahme des Opfers dieses ganze Volk von der Erde genommen. Alles, was von Abraham abstammte, schenkte der Gott durch den Verzicht einer Sphäre, die außerhalb seiner ist, entzog es damit seinem Wirkungskreise. Hätte er das Opfer angenommen, so hätte er damit die ganze Sphäre, die sich innerhalb des althebräischen Volkes abspielte, in sich aufge- nommen, denn der geopferte Isaak wäre dann bei Gott gewesen. So aber hat er darauf verzichtet und damit diese ganze Evolutionslinie der Erde überlassen. Alle Begriffe der Resignation, des Opfers, können uns aufgehen bei dem bedeutungsvollen Bilde der Opferung des alten Patriarchen.

 

Und nun ist eine gute Imagination das Folgende. Es wird in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» sehr häufig davon gesprochen, und auch sonst ist es gesagt worden, daß die zweite Stufe der rosenkreuzerischen Einweihung die Bildung von Imaginationen ist. Diese Imaginationen muß sich der Anthroposoph bilden aus den richtigen Vorstellungen gegenüber der Welt. So kann er sich, was wir heute besprochen haben, umgewandelt denken in eine phantasieartige Imagination: die Throne, die Geister des Willens, kniend in voller Hingebung, voller mutartiger Hingebung vor den Cherubim, aber so, daß die Hingebung nicht hervorgeht aus der Empfindung der Kleinheit, sondern aus dem Bewußtsein, daß man etwas hat, was man opfern kann. Die Throne in dieser Opferwilligkeit, der die Stärke, der Mut zugrunde liegt, wie kniend vor den Cherubim und das Opfer zu ihnen hinaufschickend, und dieses Opfer schicken sie hinauf wie brodelnde Wärme, flammende Wärme, so daß der Opferrauch hinaufflammt zu den geflügelten Cherubim! So könnte das Bild sein. Und von diesem Opfer ausgehend als wenn wir in die Luft hinein das Wort sprechen könnten und dieses Wort die Zeit wäre, aber die Zeit als Wesenheiten, von dem ganzen Vorgange ausgehend: die Geister der Zeit, die Archai. Dieses Hinaussenden der Archai, das gibt ein grandioses, mächtiges Bild. Und dieses Bild, vor unsere Seele hingestellt, ist außerordentlich impressionierend für gewisse Imaginationen, die uns dann immer weiter und weiter auf dem Gebiete des okkulten Erkennens bringen können.

 

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Dem dumpfen Erleben des Stoffes entspricht im Gebiete des Schöpferischen das Hervorbringen dieses Stoffes. Der Stoff strömt da in gleichgültiger Art in die Welt. Man bezeichnet dieses Gebiet als dasjenige der Formlosigkeit.

 

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Siehe 134 – 140    

 

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Das Saturnbewusstsein hat den geringsten Helligkeitsgrad. Es ist ganz dumpf. Schwer ist es, deswegen eine genauere Vorstellung von dieser Dumpfheit zu geben, weil sogar die Dumpfheit des Schlafes noch um einen Grad heller ist als dieses Bewusstsein. In abnormen, sogenannten tiefen Trancezuständen kann der gegenwärtige Mensch noch in diesen Bewußtseinszustand zurückfallen. Und auch derjenige Mensch, welcher Hellseher im Sinne der Geheimwissenschaft ist, kann sich eine zutreffende Vorstellung davon bilden. Nur lebt dieser selbst nicht etwa in diesem Bewußtseinszustand. Er erhebt sich vielmehr zu einem weit höheren, der aber doch in gewissen Hinsichten diesem ursprünglichen ähnlich ist. Beim gewöhnlichen Menschen der gegenwärtigen Erdenstufe ist dieser Zustand, den er einstmals durchgemacht hat, durch das «helle Tagesbewußtsein» ausgelöscht. Das «Medium», das in tiefen Trance verfällt, wird aber in denselben zurückversetzt, so daß es so wahrnimmt, wie einstens alle Menschen während der «Saturnzeit» wahrgenommen haben. Und ein solches Medium kann dann entweder während des Trance oder nach dem Erwachen von Erlebnissen erzählen, welche denen des Saturnschauplatzes ähnlich sind. Man darf allerdings nur sagen «ähnlich», nicht etwa «gleich» sind, denn die Tatsachen, welche sich auf dem Saturn ab- gespielt haben, sind ein für allemal vorüber; nur solche, die mit ihnen eine gewisse Verwandtschaft haben, spielen sich auch jetzt noch in der Umgebung des Menschen ab. Und nur ein «Saturnbewußtsein» kann diese letzteren wahrnehmen. — Der Hellseher im obigen Sinne erlangt nun wie das gekennzeichnete Medium ein solches Saturnbewußtsein; aber er behält dazu auch sein «helles Tagesbewußtsein», welches der Mensch auf dem Saturn noch nicht hatte, und welches das Medium wahrend des Trancezustandes verliert. Ein solcher Hellseher ist also zwar nicht im Saturnbewußtsein selbst; aber er kann sich eine Vorstellung davon bilden. — Während nun dieses Saturnbewußtsein an Helligkeit dem gegenwärtigen menschlichen um einige Grade nachsteht, ist es an dem Umfang dessen, was es wahrnehmen kann, demselben überlegen. Es kann nämlich in seiner Dumpfheit nicht nur alles das bis aufs kleinste wahrnehmen, was auf seinem eigenen Weltkörper vorgeht, sondern es kann auch noch die Dinge und Wesen auf anderen Weltkörpern beobachten, welche mit seinem eigenen — dem Saturn — in Verbindung stehen. Und es kann auch auf diese Dinge und Wesen eine gewisse Wirkung ausüben. (Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß diese Beobachtung anderer Weltkörper ganz verschieden von derjenigen ist, welche der gegenwärtige Mensch mit seiner wissenschaftlichen Astronomie vor- nehmen kann. Diese astronomische Beobachtung stützt sich auf das «helle Tagesbewußtsein» und nimmt daher andere Weltkörper von außen wahr. Das Saturnbewußtsein ist dagegen unmittelbares Empfinden, ein Miterleben dessen, was auf anderen Weltkörpern vorgeht. Nicht ganz, aber doch einigermaßen zutreffend, spricht man sich aus, wenn man sagt, ein Saturnbewohner erlebt Dinge und Tatsachen anderer Weltkörper — und seines eigenen —, wie der jetzige Mensch sein Herz und seinen Herzschlag oder ähnliches in seinem eigenen Leibe miterlebt.)

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