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Als die Elohim am Ende jener Entwickelungsreihe, die uns durch die Genesis dargestellt wird, sich so weiterentwickelten, daß wir von einem Einheitsbewußtsein, von einem Jahve-Elohim sprechen können, da geschah auch eine Veränderung mit der Wesenheit dieser Elohim. Und diese Veränderung liegt in der Linie, in welcher auch die Veränderung der übrigen Wesenheiten der Hierarchien liegt. Erinnern Sie sich, daß wir von dem Leib,-sagen wir der Throne, gesprochen haben. Wir sagten, daß er sich am Beginne unserer planetarischen Entwickelung hingeopfert hat zum Wärmeelement des alten Saturn. Wir haben ferner gesagt, daß wir die Leiblichkeit der Throne während der alten Sonne in dem luftartigen Element zu suchen haben, während des alten Mondes in dem Wasser und während unserer Erdenzeit im erdigen oder festen Element. Das war gleichsam das Avancement der Throne, daß sie aufgestiegen sind, indem sie ihre Wesenheit immer mehr und mehr vom wärmehaften Zustand zum erdigen verdichtet haben.

 

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Wenn Sie nun die Genesis durchgehen, wenn Sie das ganze Walten und Weben der Weltenentwickelung betrachten, so wie die Genesis es uns berichtet, so rinden Sie ja, daß sozusagen all die Vorstufen, die sich während des alten Saturn-, Sonnen- und Mondendaseins bildeten, sich wiederholen und daß zuletzt als die Krönung der Entwickelung der Mensch auftritt. So haben wir also diesen Bericht der Genesis so aufzufassen, daß sich das ganze Weben und Wesen der Hierarchien hineinverflicht in das, was da geschieht, und daß sich das alles gleichsam zusammendichtet zu dem letzten Produkt des Erdenwerdens, zu jener übersinnlichen Wesenheit, denn zunächst ist es noch eine übersinnliche Wesenheit, von der gesagt wird, die Elohim beschlossen sie, indem sie sagten: Nun lasset uns den Menschen machen!— Da woben sie alles das, was sie im einzelnen konnten, zu einem Gesamtwerk zusammen. Alle Tätigkeiten, die sie herüberbrachten von früheren Stufen, woben sie zusammen, um zuletzt den Menschen hervorzurufen. Alle diese Hierarchien also, die der des Menschen vorangegangen sind und die wir bezeichnen als Seraphime, Cherubime, Throne, als Geister der Weisheit, der Bewegung, der Form, als Archai oder Geister der Persönlichkeit, als Feuergeister oder Erzengel und als Engelwesen, alle diese Wesenheiten, wir haben sie gefunden webend und wesend in all diesem Dasein. Und wenn wir das, was uns die Genesis berichtet, verfolgen bis zu jener Krönung des Gebäudes hin, die mit dem Menschen erscheint am sogenannten sechsten Schöpfungstage, wenn wir das ganze Weben und Wesen sozusagen der vormenschlichen Erdenentwickelung in Betracht ziehen, so finden wir schon darin alle die verschiedenen Hierarchien. Und alle diese Hierarchien mußten zusammenwirken, um das vorzubereiten, was zuletzt im Menschen zutage trat.

 

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Jener Mensch, der da entstand in dem Sinne, wie die Bibel es durch die Elohim ausspricht: «Lasset uns den Menschen machen!», der war noch nicht differenziert, sondern männlich und weiblich zugleich, und es entstand durch diese Schöpfung der Elohim der Mensch männlich-weiblich. Das ist die Bedeutung, die ursprüngliche Bedeutung dessen, was so grotesk in den modernen Bibeln übersetzt ist: «Und die Elohim schufen den Menschen, ein Männlein und ein Fräulein.» Dieses «Männlein und Fräulein» ist wohl die unorganischste Übersetzung in der Bibel. Da haben wir es nicht mit einem Männlein und Fräulein im Sinne der heutigen Zeit zu tun, sondern mit dem undifferenzierten Menschen, mit dem männlich-weiblichen Menschen.

 

29

Wenn ein Mensch mit den heutigen Sinnen damals überhaupt möglich gewesen wäre, so hätte er doch den eben entstandenen Erdenmenschen nicht wahrnehmen können. Der Mensch ist heute zu sehr geneigt, materialistisch zu denken. Daher denkt er sich gleich beim sechsten Schöpfungstag: Da war der Mensch ebenso vorhanden, wie er heute ist. — Der Mensch war allerdings schon physisch vorhanden, aber physisch ist ja zum Beispiel auch das Weben der Wärme. Wenn Sie irgendwo in einen Raum hineinkommen und in diesem differenzierte Wärmeströmungen finden, die nicht so dicht
sind wie Gas, so müssen Sie das auch schon physisches Dasein nennen, und es gab schon während der Saturnzeit physisches Dasein, wenn auch nur als Wärmesubstanz. Also den Menschen im dichten Fleisch zu suchen am sogenannten sechsten Schöpfungstage, das darf nimmermehr sein. Wir dürfen ihn als Erdenwesen suchen, im Physischen, wir müssen ihn jetzt sogar im Physischen suchen, aber nur in der feinsten physischen Manifestation, als Wärmemensch. Als jenes Ereignis eintrat, das mit dem schönen Worte bezeichnet wird «Die Elohim sprachen: Lasset uns den Menschen machen!», da würde ein Wesen, das empfänglich gewesen wäre, Wärmezustände wahrzunehmen, gewisse Differenzierungen in der Wärmesubstanz gefunden haben. Wenn es hingeschritten wäre über die Erde, die dazumal bedeckt war mit dem Gattungsmäßigen des Pflanzenhaften, des Tierhaften im Luft- und Wasserelement, dann hätte es sich sagen können: Merkwürdige Dinge sind da wahrzunehmen. An gewissen Stellen sind Wärmeeindrücke wahrzunehmen, noch nicht etwa gasförmige Eindrücke, nur reine W.rmeeindrücke. Man findet gewisse WärmedifTerenzierungen im Umkreise der Erde. Da huschen Wärmewesen hin und her. — Der Mensch war eben noch nicht einmal ein gasiges Wesen, nur ein Wärmewesen war er. Denken Sie sich alles Feste weg, das an Ihnen ist, denken Sie sich auch weg allesFlüssige und alles Gasförmige, und stellen Sie sich von diesem Menschen, der Sie heute sind, nur das vor, was in Ihrem Blut als Wärme pulsiert, Ihre Blutswärme denken Sie sich, abstrahieren Sie von allem übrigen, dann haben Sie das, was damals entstand, als die Elohim das schöpferische Wort sprachen: «Lasset uns den Menschen machen!» Und der nächste Verdichtungszustand kommt erst nach den Schöpfungstagen. Das Einströmen dessen, was Jahve- Elohim geben konnte, der Luft, das kommt erst, nachdem dieser sechste Schöpfungstag war.

 

 

30

Wir unterscheiden, wenn wir von dem menschlich Seelenhaften sprechen, die Empfindungsseele, die Verstandes- und die Bewußtseinsseele. Wir wissen, daß diese zunächst in ihrer geistig-seelischen Art entstanden sind während jener Zeiten, die mit den ersten drei Schöpfungstagen bezeichnet werden. Da bildeten sie sich ihrer Anlage nach aus. Die Umkleidung aber, die eigentliche Einprägung, so daß ein physischer Leib der Ausdruck dieser inneren wesenhaften Seelennatur des Menschen wurde, die geschah viel später. Also das müssen wir festhalten, daß sozusagen das Geistige zuerst entsteht, daß dieses Geistige sich dann zunächst mit dem Astralischen umkleidet, sich dann immer mehr und mehr verdichtet bis zum Ätherisch-Physischen hin, und daß sich dann erst das Geistige einprägt, das heißt, daß dasjenige, was früher gebildet worden ist, in Form des Lebensodems eingeprägt wird. Also das, was wie ein Kern in die Menschenwesenheit hineinverlegt wird durch Jahve-Elohim, das ist früher schon gebildet; im Schöße der Elohim ist es vorhanden. Jetzt wird es dem Menschen, dessen Leiblichkeit von anderer Seite her gebildet worden ist, eingeprägt. Es ist also etwas, was von einer anderen Seite in den Menschen hineinkommt. Und mit dieser Einprägung von n'schamah ist es erst möglich geworden, das in den Menschen hineinzuversenken, was wir die Anlage zur Ich-Natur nennen können. Denn diese alten hebräischen Ausdrücke nephesch, ruach, n'schamah, die sind nichts anderes als das, was wir parallel unseren geisteswissenschaftlichen Ausdrücken auch charakterisiert haben. Nephesch dürfen wir parallelisieren in bezug auf den Menschen mit der Empfindungsseele, ruach dürfen wir anwenden für die Verstandesseele, n'schamah für die Bewußtseinsseele. 

 

 

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Auch während des sechsten Schöpfungstages stiegen zuerst die dem Menschen nächststehenden Tierwesen, die eigentlichen Erdentiere herunter. Also auch während der ersten Zeit des sogenannten sechsten Schöpfungstages durfte der Mensch nicht heruntersteigen in die dichte Materie, denn wenn er da schon die Kräfte des Erdenwerdens sich eingeprägt hätte, dann wäre er physisch ein Wesen geworden wie die Erdentiere. Zuerst stiegen herunter die Gattungsseelen der höheren Erdentiere, die nun den Erdboden im Gegensatz zur Luft und zum Wasser bevölkerten. Dann erst traten allmählich solche Bedingungen ein, daß sich die Anlagen zu dem späteren Menschen bilden konnten.

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